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Erkennungs­guide

Antiquitäten anhand eines Fotos erkennen

Die Fotos entscheiden fast alles. Sechs Aufnahmen und etwas Disziplin machen aus einem Rätsel eine sichere Zuordnung.

Veröffentlicht am · 2026-07-14 · 7 min Lesezeit

Ob App, Sachverständiger oder eigene Recherche zu Vergleichs­verkäufen — alles hängt an den Bildern. Verwackelte, gegen das Licht oder aus einer einzigen Perspektive gemachte Fotos lassen zu viel Spielraum. So gehen Sie am besten vor, bevor Sie irgendein Objekt bestimmen.

1. Szene vorbereiten, nicht das Objekt

Wählen Sie einen ruhigen Hintergrund — ein glattes Holztisch­blatt oder ein gefaltetes Tuch — das dem Stück nicht die Show stiehlt. Nehmen Sie indirektes Tageslicht am Fenster; Decken­lampen glätten Details und verfälschen die Farbe.

Fingerabdrücke und leichten Staub mit weichem Tuch entfernen, aber nicht polieren, waschen oder restaurieren, solange die Zuordnung nicht steht. Wachse, Chemie und Schleifmittel entfernen genau die Spuren, die Wert schaffen.

2. Beginnen Sie mit einem Gesamt­foto

Zeigen Sie das Objekt frontal auf Objekt­höhe. Die Kamera parallel halten, um Verzerrungen zu vermeiden. Genug Rand lassen, damit die App die Kanten sieht — Stuhlbein, Rand, Lippe, Schulterlinie.

Dieses erste Bild trägt die Zuordnung: Form, Proportion, Stil und Epoche folgen ihm.

3. Das Erkennungs­trio dazu

Drei zusätzliche Aufnahmen erledigen den Großteil.

  • Boden oder Unterseite, wo Stempel und Marken sitzen. Objekt gegen Tageslicht drehen, auf den nächsten Punkt fokussieren und senkrecht auslösen.
  • Jede Signatur, Punze oder Meister­marke bildfüllend. Auch eine für Sie unleserliche Marke ist der stärkste Hinweis für App oder Händler.
  • Ein ungewöhnliches Detail: Scharnier, Schrauben­typ, Handverbindung, Glasblase, Farbe unter der Glasur, Restaurierung, Patinalinie.

4. Ehrlicher Zustand

Käufer zahlen für das, was sie sehen, nicht für Ihre Beschreibung. Ehrliche Bilder jedes Sprungs, Chips, Kratzers, Fehlteils oder Restau­rierungs­punkts schützen Sie beim Verkauf und ermöglichen der App, den Zustand ins Wert­spannen­modell einzubauen.

Bei Möbeln zeigen Sie die Schreiner­arbeit von hinten und innen. Bei Keramik suchen Sie unter starkem Licht nach Haarrissen. Bei Metall geben Sie Gewicht und Maße an.

5. Größe und Herkunft ergänzen

Legen Sie einen bekannten Gegen­stand daneben — Münze, Hand, Buch. Wenn Sie Papiere haben, einen Familien­zettel, eine Rechnung oder ein altes Foto mit dem Objekt in Nutzung, ergänzen Sie das. Herkunfts­nach­weise trennen häufig einen mittleren von einem starken Preis.

6. Prüfen, bevor Sie einreichen

Sehen Sie sich die Bilder vor der Analyse auf dem größten Bildschirm an. Ist ein Stempel unscharf, machen Sie das Foto neu. Verschwindet ein Detail im Schatten, rücken Sie das Objekt 30 cm näher ans Fenster. Zwei Minuten hier sparen eine Stunde falscher Vermutungen.

Foto-Checkliste

  • Gesamt­foto auf Objekt­höhe mit ruhigem Hintergrund
  • Boden/Unterseite senkrecht bei Tageslicht
  • Nah­aufnahme jeder Marke, Signatur oder Punze
  • Ein ungewöhnliches Bau- oder Material­detail
  • Ehrliche Fotos aller Schäden oder Restaurierungen
  • Größen­referenz und vorhandene Herkunfts­papiere

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Machen Sie die Aufnahmen, laden Sie sie in die App und erhalten Sie eine belegte Bestimmung mit Epoche, Region, Material und Wert­spanne.

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