Ein Stempel beantwortet drei Fragen gleichzeitig: Ist es wirklich Silber, wann wurde es gefertigt und wer hat es gefertigt. Wer die kleine Kette von Symbolen am Boden lesen kann, macht das Silber überraschend transparent. Der Leitfaden deckt die Marken ab, die Ihnen im Alltag begegnen.
Großbritannien und Irland
Das britische System ist am stärksten standardisiert. Vier Punzen sitzen zusammen: der schreitende Löwe (Sterlingstandard, 92,5 %), das Stadtzeichen (Anker für Birmingham, Leopardenkopf für London, gekrönte Rose für Sheffield, Burg für Edinburgh), der Datumsbuchstabe (rotierendes Alphabet in unterschiedlichen Schriften und Schilden pro Zyklus) und die Meisterinitialen.
Irland verwendet die gekrönte Harfe und eine Hibernia-Figur. Der Britannia-Standard (95,8 %) zeigt die sitzende Figur und findet sich vor allem in frühem 18. Jh.-Silber und Sonderaufträgen.
Frankreich
Der Minerva-Kopf im Profil ist der klassische französische Stempel für Silber ab 950 (erster Standard), eingeführt 1838. Kleinteile und Importe tragen Varianten — Krabbenkopf für Exportstücke, Wildschweinkopf für kleines Silber.
Der Meisterstempel ist eine Raute mit zwei Initialen und kleinem Symbol. Ältere französische Silberwerke tragen getrennte Beschau- und Stadtmarken; das exakte Jahr braucht spezialisierte Referenzen.
Deutschland, Österreich, Schweiz
Modernes deutsches Silber trägt eine dreistellige Feingehaltszahl (meist 800, 835 oder 925) zusammen mit Halbmond und Reichskrone, eingeführt 1888. Stadt- und Meistermarken erscheinen an älteren oder hochwertigeren Stücken.
Österreichisch-ungarisches Silber verwendete den Diana-Kopf mit Zahlen für Feingehalt und Stadt; Schweizer Silber kombiniert häufig Bär oder Armbrust mit dem Feingehalt.
Niederlande, Belgien, Skandinavien
Niederländisches Silber ist stark markiert. Der aufgerichtete Löwe mit Ziffer 1 oder 2 (erster oder zweiter Standard) steht neben Minerva-Schwert (Beschau) und Datumsbuchstabe. Jede Werkstatt fügt eine eigene Meistermarke hinzu.
Schwedisches Silber trägt drei Kronen, Datumsbuchstabe, Stadtmarke und Meistermarke — eines der vollständigsten Systeme weltweit. Dänisches Silber, einschließlich Georg Jensen, zeigt oft Feingehalt, Meister und Prüfjahr.
USA und Lateinamerika
US-amerikanisches Silber ist deutlich weniger reglementiert. Ab ca. 1860 stehen die meisten Stücke einfach 'STERLING' oder '925'. Coin Silver (~900) findet sich an früherem Werk. Der Herstellername — Tiffany, Gorham, Kirk, Reed & Barton — ist das stärkste Wertsignal.
Mexikanisches Silber führt den Adler und einen Prüfercode (TC-119 für Los Castillo, TT-01 für William Spratling). Lateinamerikanisches Kolonialsilber kann 'Ley' mit Feingehalt zeigen.
Was, wenn der Stempel gefälscht ist?
Moderne Reproduktionen tragen mitunter überzeugende Fantasiemarken. Zwei Gewohnheiten helfen: Prüfen Sie, ob der Feingehalt zu Gewicht und Stärke passt (ein sehr leichtes 'Sterling'-Stück ist verdächtig) und lesen Sie den Stempel immer mit Stil und Konstruktion zusammen. AntiqID kombiniert alle drei und weist auf Widersprüche hin, statt Sicherheit vorzutäuschen.
Kurzreferenz
- Großbritannien: Löwe passant + Stadt + Datumsbuchstabe + Meister
- Frankreich: Minerva-Kopf (950 erster Standard) + Rauten-Meister
- Deutschland: Halbmond & Krone + 800/835/925
- Niederlande: aufgerichteter Löwe + Minerva-Schwert + Datum
- Schweden: drei Kronen + Datum + Stadt + Meister
- USA: 'STERLING' oder '925' + Herstellername
Silberstempel mit AntiqID lesen
Foto machen und AntiqID ordnet Land, Feingehalt, wahrscheinliches Datum und Werkstatt zu.
AntiqID holen