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Referenz

Silberstempel nach Ländern — was Sie tatsächlich sehen

Ein halbes Dutzend nationale Systeme deckt fast das gesamte europäische und amerikanische Silber ab, dem Sie begegnen.

Veröffentlicht am · 2026-07-14 · 9 min Lesezeit

Ein Stempel beantwortet drei Fragen gleichzeitig: Ist es wirklich Silber, wann wurde es gefertigt und wer hat es gefertigt. Wer die kleine Kette von Symbolen am Boden lesen kann, macht das Silber überraschend transparent. Der Leitfaden deckt die Marken ab, die Ihnen im Alltag begegnen.

Großbritannien und Irland

Das britische System ist am stärksten standardisiert. Vier Punzen sitzen zusammen: der schreitende Löwe (Sterlingstandard, 92,5 %), das Stadt­zeichen (Anker für Birmingham, Leopardenkopf für London, gekrönte Rose für Sheffield, Burg für Edinburgh), der Datums­buchstabe (rotierendes Alphabet in unterschiedlichen Schriften und Schilden pro Zyklus) und die Meister­initialen.

Irland verwendet die gekrönte Harfe und eine Hibernia-Figur. Der Britannia-Standard (95,8 %) zeigt die sitzende Figur und findet sich vor allem in frühem 18. Jh.-Silber und Sonder­aufträgen.

Frankreich

Der Minerva-Kopf im Profil ist der klassische französische Stempel für Silber ab 950 (erster Standard), eingeführt 1838. Kleinteile und Importe tragen Varianten — Krabben­kopf für Export­stücke, Wildschwein­kopf für kleines Silber.

Der Meisterstempel ist eine Raute mit zwei Initialen und kleinem Symbol. Ältere französische Silber­werke tragen getrennte Beschau- und Stadt­marken; das exakte Jahr braucht spezialisierte Referenzen.

Deutschland, Österreich, Schweiz

Modernes deutsches Silber trägt eine dreistellige Feingehalts­zahl (meist 800, 835 oder 925) zusammen mit Halbmond und Reichskrone, eingeführt 1888. Stadt- und Meister­marken erscheinen an älteren oder hochwertigeren Stücken.

Österreichisch-ungarisches Silber verwendete den Diana-Kopf mit Zahlen für Feingehalt und Stadt; Schweizer Silber kombiniert häufig Bär oder Armbrust mit dem Feingehalt.

Niederlande, Belgien, Skandinavien

Niederländisches Silber ist stark markiert. Der aufgerichtete Löwe mit Ziffer 1 oder 2 (erster oder zweiter Standard) steht neben Minerva-Schwert (Beschau) und Datums­buchstabe. Jede Werkstatt fügt eine eigene Meister­marke hinzu.

Schwedisches Silber trägt drei Kronen, Datums­buchstabe, Stadt­marke und Meister­marke — eines der vollständigsten Systeme weltweit. Dänisches Silber, einschließlich Georg Jensen, zeigt oft Feingehalt, Meister und Prüfjahr.

USA und Lateinamerika

US-amerikanisches Silber ist deutlich weniger reglementiert. Ab ca. 1860 stehen die meisten Stücke einfach 'STERLING' oder '925'. Coin Silver (~900) findet sich an früherem Werk. Der Hersteller­name — Tiffany, Gorham, Kirk, Reed & Barton — ist das stärkste Wert­signal.

Mexikanisches Silber führt den Adler und einen Prüfer­code (TC-119 für Los Castillo, TT-01 für William Spratling). Latein­amerikanisches Kolonial­silber kann 'Ley' mit Feingehalt zeigen.

Was, wenn der Stempel gefälscht ist?

Moderne Reproduktionen tragen mitunter überzeugende Fantasie­marken. Zwei Gewohnheiten helfen: Prüfen Sie, ob der Feingehalt zu Gewicht und Stärke passt (ein sehr leichtes 'Sterling'-Stück ist verdächtig) und lesen Sie den Stempel immer mit Stil und Konstruktion zusammen. AntiqID kombiniert alle drei und weist auf Widersprüche hin, statt Sicherheit vorzutäuschen.

Kurz­referenz

  • Großbritannien: Löwe passant + Stadt + Datums­buchstabe + Meister
  • Frankreich: Minerva-Kopf (950 erster Standard) + Rauten-Meister
  • Deutschland: Halbmond & Krone + 800/835/925
  • Niederlande: aufgerichteter Löwe + Minerva-Schwert + Datum
  • Schweden: drei Kronen + Datum + Stadt + Meister
  • USA: 'STERLING' oder '925' + Herstellername

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